Vorschule beginnt am ersten Tag
Bei uns gibt es keine plötzliche „Vorschule“ im letzten Kindergartenjahr. Schon mit drei Jahren beginnt die altersgerechte Vorbereitung auf das Leben und auf die Schule — Schritt für Schritt, ohne Bruch.
Was im letzten Jahr dazukommt, sind eigene Projekte, eigene Ausflüge und der Schulterschluss mit der Grundschule nebenan.

Womit gearbeitet wird
Im Montessori-Raum führen wir die Kinder gezielt an die Materialien für Mathematik und Sprache heran. Es sind dieselben, mit denen später auch die Schulkinder arbeiten — der Übergang ist dadurch inhaltlich schon vorbereitet.

- Sprache
- Mit den Sandpapierbuchstaben sind die Kinder ab etwa vier Jahren mit vielen Buchstaben und deren Lauten vertraut. Sie zergliedern Wörter in einzelne Laute und setzen sie beim ersten Lesen wieder zusammen.
- Mathematik
- Zahlstäbe, Perlenmaterial und der Perlenclown machen Mengen begreifbar. Die Sandpapierziffern führen die Schreibweise ein, das Additions- und Subtraktionsbrett die ersten Rechenwege.
- Kosmische Erziehung
- Landkarten, Jahreszeiten, Zeit- und Kalenderarbeit: Die Kinder ordnen sich und ihre Welt ein — und bekommen den großen Rahmen, in den später alles Weitere passt.

Forschen mit Fred
Fred ist eine neugierige Ameise. Am Anfang jeder Einheit hören die Kinder eine Geschichte über ihn — und stehen dann vor einer Frage, die sie selbst beantworten müssen.
Fred und sein Freund Paul wollen mit einem Boot über den See. Welches Material schwimmt und trägt zugleich ihr Gewicht — Holz, Stein, Münze, Eis oder Murmel? Die Kinder stellen zuerst Vermutungen an, bauen dann den Versuch auf, halten ihn schriftlich fest und prüfen am Ende, ob sie richtig lagen.
Am Ende des Jahres führen die Kinder ihren Eltern vor, was sie herausgefunden haben — und bekommen ihr Forscher-Diplom.
Dazu im letzten Jahr
In der Gruppe agieren, Konflikte lösen, eigene Bedürfnisse äußern und die Sicht der anderen gelten lassen — im respektvollen Dialog, nicht durch Ansage.
Im letzten halben Jahr vor der Schule gehen die Vorschulkinder an Lernorte außerhalb des Kinderhauses.
Optional für Kinder von vier bis viereinhalb Jahren: Der Sprachstand wird überprüft und gegebenenfalls ein Anhaltspunkt für logopädische Förderung gewonnen.
Verzahnt statt verabschiedet
Kinderhaus und Grundschule sind seit 2001 unter einem Dach. Das nutzen wir: Die Vorschulkinder singen beim Ferien- und Adventssingen mit, kommen zum Sportfest, hören bei besonderen Referaten zu und sind Vorlesepaten.
Für die Eltern gibt es einen eigenen Elternabend, gestaltet von Erzieherinnen und Lehrkräften gemeinsam, dazu Überleitungsgespräche über jedes einzelne Kind.

So bereiten wir den Schulstart vor
Ein gelungener Schulstart braucht mehr als einen Stundenplan.
- 1Schnuppertage
Vor den Sommerferien hospitieren die Kinder in genau der Klasse, die sie nach den Ferien besuchen werden. Lehrkräfte, Räume und Mitschüler sind dann keine Unbekannten mehr.
- 2Patenprogramm
Jedes neue Kind bekommt eine Patin oder einen Paten aus der zweiten Klasse — für die ersten Wochen, für den Weg zur Turnhalle, für alle Fragen, die man Erwachsenen nicht stellt.
- 3Kennenlern-Nachmittag
Familien und Lehrkräfte treffen sich vor den Sommerferien. Am Elternabend werden die pädagogischen Abläufe und der Schulstart vorgestellt.
- 4Onboarding-Mappe
Alle Informationen zur Einschulung, zu Schulzeiten, Materialien und zum pädagogischen Alltag — rechtzeitig und an einem Ort.
Und ganz am Anfang?
Auch der erste Übergang wird begleitet — ob Ihr Kind vorher zu Hause, in der Kindertagespflege, einer Krippe oder einer U3-Kita war. Die Eingewöhnung folgt einem festen Ablauf, für den Eltern vorab einen Leitfaden bekommen.
Platz anfragen