Konzept
Die Grundlage der Montessori-Pädagogik basiert auf der Erkenntnis der kindlichen Eigenaktivität. Anhand von zahlreichen didaktischen Materialien, die von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952) entwickelt wurden, lernen die Kinder sehr selbständig nach einem inneren „Bauplan“. Über die konkrete Tätigkeit mit dem Material be"greifen" die Kinder Schritt für Schritt die Welt des Abstrakten und der Erwachsenen.
Wie an jeder Regelschule findet der Unterricht nach der Vorgabe der Hessischen Bildungsstandards statt. Nicht der Inhalt der Lernziele unterscheidet sich, sondern der Weg, auf dem diese erreicht werden.
2-Säulen-Prinzip
Der Unterricht setzt sich aus täglich vier Schulstunden Freiarbeit und anschließendem Ergänzungsunterricht zusammen. In der Freiarbeit arbeiten die Kinder in jahrgangsgemischten Klassen, die mit den kompletten Materialien Maria Montessoris und zusätzlichen didaktischen Hilfsmitteln ausgestattet sind. Die Kinder bestimmen weitgehend selbst, was sie arbeiten wollen, mit wem sie arbeiten wollen und wie lange sie an einer Sache arbeiten wollen. Sie sind dabei nicht allein gelassen und erfahren Hilfe sowie Zuwendung durch den Lehrer. Die verschiedenen Jahrgangsstufen (5 bis 11jährige) in einer Klasse begünstigen soziale Verhaltensweisen wie gegenseitiges Helfen oder das Übernehmen von Verantwortung.
Der Lehrer hat die Aufgabe, die Umgebung für das Kind so vorzubereiten, dass eine freie Wahl der Arbeit nach individuellen Bedürfnissen möglich ist. Das Kind wird dort abgeholt, wo es sich intellektuell befindet; ohne dabei überfordert oder unterfordert zu werden.
Im Ergänzungsunterricht werden die Schüler in ihren Jahrgängen unterrichtet. Er beginnt täglich um 11.20 Uhr und endet für die Eingangsstufe sowie für das 1. Und 2. Schuljahr um 12.30 Uhr und für das 3. Und 4. Schuljahr um 13.15 Uhr. Englisch (ab 1. Schuljahr), Musik, Kunst, Religion, Sport, Rechtschreibung und Textaufgaben bilden die Inhalte des Ergänzungsunterrichtes. Analog zur Regelschule erarbeiten die Kinder gemeinsam ein Thema und werden dadurch an das herkömmliche System herangeführt.
Zeugnisse gibt es in Form von detaillierten Kriterienkatalogen für die Hand der Eltern sowie Kinderbriefe für die Hand der Kinder. Die Schüler schreiben in regelmäßigen Abständen Lernkontrollen und bekommen Hausaufgaben in Form eines Wochenplanes auf.
Jährlich können etwa 24 Mädchen und Jungen in die erste Klasse und 6 Kinder in die integrierte Eingangsstufe aufgenommen werden. Es ist dafür nicht zwingend notwendig, dass sie zuvor bereits ein Montessori-Kinderhaus besucht haben. Sofern Plätze frei sind, können Quereinsteiger, nach Absolvieren eines einwöchigen Probeunterrichts aufgenommen werden.

